
Der Rollentausch, eine wichtige Methode des Psychodramas, eröffnet zum einen die Möglichkeit, sich in die Erlebniswelt und Realität des Anderen hineinzuversetzen und sie zu verstehen. Damit relativiert und ändert sich oft das eigene innere Bild, das man sich von dem Gegenüber und der Beziehung zu ihm konstruiert hat. Dies fördert das Problemlösungsvermögen.
Zum anderen bekommen wir auch eine größere Sensibilität und Wertschätzung für unsere Gefühle und Bedürfnisse. Damit entwickeln wir die Bereitschaft, eigene Unzulänglichkeiten und aggressive Impulse anzunehmen. Die Intensität der zwischenmenschlichen Beziehung erhöht sich. Gleichzeitig steigert sich die Fähigkeit, sich in seiner jeweiligen Individualität abzugrenzen und zu behaupten.
Die sehr emotionale
Erfahrung des Rollentausches verstärkt das Verständniss für die
Bedeutung des eigenen Verhaltens und das des Gegenübers. Die inneren
Vorgänge werden durch diese Methode sichtbarer und erlebbarer.
Rein verbal orientierte therapeutische Verfahren ermöglichen dies in viel geringerem Maße.